Sonntag, 18. September 2016

Zeigen die Filme Amateurteens und #Zeitgeist eine Realität?




In beiden Filmen geht es über die heutige Gesellschaft und die Jugend im Umgang mit der Digitalisierung. Die Filme behandeln Themen wie Essstörungen, Spielsucht, Pornografie, Sex und Mobbing. Bei #Zeitgeist wurden auch Probleme von Erwachsenen dargestellt, beispielsweise die Kontrollsucht von einer Mutter und ein Familienvater, der auf einer Datingsite fremdging.

Während ich diese Filme schaute, ertappte ich mich oft dabei, dass ich die Figuren sowie die Gesellschaft, die im Film dargestellt wurde, mit meiner eigenen Umgebung verglich. Vor allem bei Amateurteens kam es oft vor, dass ich Beispiele für die Figuren in meiner Klasse oder in meinem Freundeskreis suchte, da der Film auf Schweizerdeutsch war.

Ich war sicherlich nicht die einzige aus meiner Klasse, die das tat, denn als wir die Filme später besprachen, bemerkten viele, dass die dargestellten Schulen in den Filmen unrealistisch waren und dass es an der Kanti Wettingen doch anders zuginge. Viele sagten auch, dass es an der ganzen Schule vielleicht einige Schüler mit den Problemen gäbe, die im Film erwähnt worden sind, doch es kann nicht sein, dass eine einzige Mädchenclique so viele vielfältige Probleme hätte.

Als ich nach Hause ging, dachte ich noch etwas länger über diese Filme nach und verglich sie mit meiner Realität. Ich verglich die Eltern bei #Zeitgeist, beispielsweise die Kontrollmutter oder der Fremdgeh-Vater mit den Eltern von meinen Freunden. Hatte ich eine Freundin, die jeden Tag nach der Schule von einer Kontrollmutter begrüsst wird, die ihr Handy und ihre Accounts durchsuchte? Ich verglich die Jungs aus meiner Umgebung mit dem Gamesüchtigen Jungen aus #Zeitgeist, der über tausende von Stunden in ein Game investierte und nichts Anderes machte. Gab es an meiner Schule eine Mädchenclique, die die Tücher von unbeliebten Mädchen in den Müll werfen, während sie duschen?

Gibt es in unserer Gesellschaft so viele Probleme, haben alle meine Freunde zuhause Probleme, die auf das Internet zurückzuführen sind? Ich weiss es nicht. Diese Filme sind aber darauf konzentriert, die Probleme, die durch das Internet entstanden sind, zu verdeutlichen. Damit der Film nicht ewig lang und kompliziert und langweilig wird, muss man halt alle Problemfälle in eine Clique oder in einen Freundeskreis pferchen und muss die Story etwas spannender gestalten. Ich will damit sagen, dass die Filme eigentlich schon Probleme erwähnen, die man auf die eine oder die andere Weise auch in unserer Gesellschaft wiederzufinden sind. Ganz bestimmt nicht haargenau wie im Film, aber halt auf die eine oder andere Weise.


Wenn ich darüber nachdenke, weiss ich auch gar nicht, was meine Freunde für Herausforderungen haben. Ich will meinen Mitschülern nicht unterstellen, dass sich ihre Eltern gegenseitig betrügen und dass meine Mitschüler zu fünft Gruppensex haben. Ich glaube aber, dass viele Zuhause Herausforderungen haben, denn wenn es die Probleme überhaupt gar nicht gibt, würde es doch niemanden geben, der die heutige Gesellschaft so darstellen würde. Obwohl ich jetzt ziemlich lange und ziemlich viel um den nun kalten Brei herumgeredet habe, hoffe ich, dass ihr meinen Punkt gekriegt habt. 

Kommentare:

  1. Ich finde du hast mit diesem Text völlig recht, denn die beiden Filme zeigen die Probleme, die durch das Internet entstehen können. Zwar in einer etwas aufgebauschten und übertrieben Weise doch, dass muss man wohl, um einen Film überhaupt spannend gestalten zu können.

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    1. Ich habe auch verstanden, was Sie sagen wollten. Die Filme verdichten wohl Probleme, die bei Jugendlichen oft viel subtiler sind: Die Verzerrungen oder Abhängigkeiten, die Unsicherheiten und Verletzungen spielen sich oft in Bereichen ab, die sich für (solche) Filme nicht eignen würden. Aber es ist schwierig, sich ein Bild zu machen: Als Lehrer gibt es Phasen, in denen ich überall Probleme sehe und denke, die Jugend sei eine ganz harte Zeit - und es gibt andere Phasen, in denen ich vor allem starke, intelligente und eigenständige Jugendliche wahrnehme.

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